1. Reichstag, Weimarer Republik


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Kreisen des deutschen Volkes, das beweist die verheerende Wirkung, die die großkapitalistische und marxistische Denkungsart, die beide dieselbe Mutter haben, nämlich das internationale Judentum, im deutschen Volke verursacht haben. Die Bewertung der Valuta eines Landes ist der Ausdruck des Vertrauens des Auslandes. Der Stand der Mark, das Hochschnellen des Dollars ist der beste Beweis dafür, wie das Ausland die Stellung der Reichsregierung zu diesem Schlag ins deutsche Antlitz beurteilt.

(Sehr richtig! bei der Deutschvölkischen Freiheitspartei.)

Daß ein solches System - so folgert man im Ausland, denn im Ausland kennt man das deutsche Volk ja noch von früher her und

nicht von heute - sich nicht halten kann, davon ist jeder Ausländer überzeugt. Darum traut er dem Bestand des jetzigen Deutschen Reiches nicht, darum mißtraut er der Valuta. Damit haben Sie den Grund für den ungeheuerlichen Dollarstand und auch für die Teuerung, unter der wir zu leiden haben. Jetzt ist eines schon klar, was noch vor wenigen Wochen wenigstens in der Presse als ausgeschlossen hingestellt worden ist, daß wir eine internationale Anleihe überhaupt nicht bekommen werden, wir mögen geben, was wir wollen. Der Engländer Keynes hat kürzlich gesagt - das "Berliner Tageblatt" hat den Artikel abgedruckt - man dächte im Ausland gar nicht daran, uns eine internationale Anleihe zu geben. Um so weniger, als der erbitterte Kampf der Marxisten durch Severing gegen die völkische Bewegung mit all seinen erstunkenen und erlogenen Behauptungen den Eindruck erwecken kann, als ständen wir unmittelbar vor dem Bürgerkrieg.

(Sehr richtig! bei der Deutschvölkischen Freiheitspartei.)

Die Folge ist5 , daß in der Tat das Ausland glaubt, Deutschland stände unmittelbar vor dem Bürgerkrieg. Ich glaube zwar auch, daß er nicht mehr fern sein wird, wenn ich mir die letzten Demonstrationen und Kämpfe in den verschiedenen Städten des deutschen Vaterlandes ansehe. Dieser Bürgerkrieg wird planmäßig von jener Seite betrieben, die ja zu den lieben politischen Kindern des Herrn Severing gehört.

(Sehr gut! bei der Deutschvölkischen Freiheitspartei.)

Der innenpolitische Kotau der Reichsregierung vor Herren Severing ist jetzt wirtschaftlich durch dies Memorandum in vollster Schöne auch dem, der sonst halbblind ist, vor Augen getreten. Sie reden ja an all den Problemen vorbei.

(Sehr richtig! bei der Deutschvölkischen Freiheitspartei.)

Sie sind wie die Leute, die das Unkraut oben abreißen und dann glauben, sie hätten es beseitigt. Jeder Schrebergärtner ist ein Staatsmann gegenüber den Männern der heutigen Regierung. Er geht wenigstens dem Übel an die Wurzel, er weiß, daß es nicht möglich ist, den Garten rein zu halten, wenn nicht die Wurzel beseitigt ist. Unser wirtschaftliches Elend ist die Folge des politischen Elends.

(Sehr richtig! bei der Deutschvölkischen Freiheitspartei.)

Sie reden gegen die Teuerung, und die Preise steigen. Sie erlassen Verordnungen, die der Schieber hohnlachend umgeht - der findet schon Wege -, die aber den ehrlichen Landwirt und Kaufmann zur Verzweiflung bringen. Folge: die Preise steigen. Sie erklären, wie der Herr


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Reichsjustizminister Heinze am 29. April dieses Jahres: "Frankreich strebt nach Rhein und Ruhr, um Deutschlands Industrie zu vernichten; kein Angebot von unserer Seite wird es von seinen Plänen abhalten können." Drei Tage später machen Sie ein neues Angebot,-

(hört! hört! bei der Deutschvölkischen Freiheitspartei)

und die Preise steigen. Sie sprechen von dem Preisabbau - und erhöhen ganz ungeheuerlich die Preise und Tarife. Sie sagen, wie vorgestern das Massenaufgebot der Minister, unser Elend käme von unserer politischen Unfreiheit -, und Sie liefern den letzten Rest der wirtschaftlichen Freiheit dem Feindbunde aus. Folge: Die Preise steigen. Sie wollen um des lieben Friedens willen - nur keine inneren Krisen - die Gesetzwidrigkeiten der einzelstaatlichen Minister nicht sehen, und Sie haben damit die fürchterlichste innere Krise heraufbeschworen, die wir nach dem 9. November überhaupt erlebt haben. Sie wollen dem Ausland das Bild eines einigen Deutschlands geben, - und in allen Städten tobt der Straßenkampf. Sie wollen eine nichtsozialistische Regierung sein, - und Sie erfüllen gehorsam die Forderungen der Sozialisten.

(Lachen links.)

Ja, was wollen Sie eigentlich nicht alles? Und Sie können nichts. Wundert es Sie da, daß das ganze Land außer Rand und Band gerät? Wundert es Sie, daß das ganze Volk in bitterem Grimme hohnlacht über Reichstag und Regierung, während das Elend ins Ungemessene steigt? Meine Herren! Ziehen Sie sich ins Privatleben zurück und überlassen Sie das Regieren den eigentlichen Diktatoren Deutschlands, den Herren Breitscheid und Genossen.

(Beifall bei der Deutschvölkischen Freiheitspartei.)

Vizepräsident Dr. Rießer: Das Wort hat der Herr Abgeordnete Ledebour.6

Ledebour, Abgeordneter: Meine Damen und Herren! Als ich eben hier hörte, wie der Herr Abgeordnete Wulle das jüdische Großkapital vernichtete, weil es an den Reparationen und an der ganzen Verelendung des deutschen Volkes schuld sei, wie denn auch seine weiteren Ausführungen sich auf die Reparationsnote bezogen, glaubte ich, es sei plötzlich eine Debatte über das Reparationsangebot der deutschen Regierung entfacht worden, die ich allerdings für dringend notwendig halte, die aber immerhin doch gestern und heute nicht auf der Tagesordnung steht. Meine Damen und Herren! Ehe ich noch auf einige allgemeine Fragen komme, muß ich mich kurz mit einigen Ausführungen des Herrn Abgeordneten Wulle befassen.7 Er hat, wie ich schon sagte, wieder eine seiner geläufigen Judenvernichtungsreden gehalten. Daß ich mich mit diesem Manne, der glaubt, irgendein jüdisches Konsortium beherrsche Deutschland oder in anderen Ländern, wie Frankreich, tatsächlich die ganze Wirtschaftsordnung, ernsthaft auseinandersetze, kann niemand hier im Hause erwarten. Es wird wohl auch kein anderer Abgeordneter proletarischer Parteien Lust


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